Fieber durch klima

In Deutschland starben in den Sommern 2023 und 2024 jeweils rund 3.000 Menschen infolge von Hitze, wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet.

Manche Zusammenhänge zwischen dem Klimawandel und den Gefahren für die Gesundheit liegen auf der Hand, Hitze zum Beispiel kann der menschliche Körper nur bedingt aushalten. Dies kann besonders für alte Menschen und Menschen mit einer Immunschwäche dramatische Folgen haben.

Und natürlich sind es nicht nur Mücken, die Infektionskrankheiten übertragen können.

Das bekannte Dengue-Virus wurde zwar bisher noch nicht in Deutschland vor Ort durch die Asiatische Tigermücke übertragen, doch lassen die Nachrichten aus Norditalien im letzten Jahr mit 42 lokal erworbenen Fällen (Stand 3. Diabetiker können Insulin schlechter verstoffwechseln. Die französischen Gemeinden kontaktieren bei übergroßer Hitze alle alleinstehenden Menschen über 60, bei Bedarf kommen Sozialarbeiter vorbei.


Das gilt auch für Vibrionen in der Ostsee, die schwer behandelbare Wundinfektionen auslösen können, Salmonellen- und Campylobacter-Bakterien in Lebensmitteln und die Frühsommer-Meningitis FSME, die von Zecken übertragen wird.

Viele Experten glauben, dass das Chikungunya-Virus sich als erstes bemerkbar machen wird.

Hält die Hitze mehrere Tage an, nimmt das Risiko laut RKI weiter zu und erreicht nach drei bis vier Tagen ein dauerhaft hohes Niveau.

Hitze wirkt auf Menschen unterschiedlich. "Wir erwarten aufgrund unseres epidemiologischen Models eine weitere Ausbreitung vor allem in Baden-Württemberg und in Teilen von Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen", erklärt Stephanie Thomas.

Sollten die klimatischen Entwicklungen so weitergehen, dann kommen auf Deutschland noch weitere, bisher seltene Krankheiten zu.

Eine Studie der Universität Hawaii hat insgesamt 277 verschiedene Krankheiten ermittelt, die der Klimawandel begünstigt.

Was zu tun ist

Langfristig angelegt – und sehr wirksam – ist ein Umbau der Städte: Verschattungen öffentlicher Plätze, die Entsiegelung von Flächen, das Anlegen von Brunnen, die Trinkwasser bereitstellen und die Luft befeuchten.

Kurzfristig ist es notwendig, gefährdeten Bevölkerungsgruppen beizustehen.

"Wenn jemand ein extremes Wetterereignis erlebt, sei es ein Waldbrand, ein extremer Hurrikan, Monsun, Taifun oder eine heftige Überschwemmung, kann dies zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen."

Der Klimawandel verschärft laut der Studie auch das Risiko für psychische Erkankungen. 

Wenn Ernten nach Dürren knapp werden und sauberes Wassre fehlt, oder Menschen nicht arbeiten können, weil sie unter tropischen Krankheiten leiden, führt das häufig auch zu Stress, Angst und mentalen Problemen.

Allerdings, da ist sich Stephanie Thomas sicher, ist dies - durch die immer höher werdende Populationsdichte der Tigermücke - nur noch eine Frage der Zeit.


Umgang mit neuen Infektionskrankheiten

Einen allumfassenden Schutz vor den neuen Krankheiten gib es nicht. So könnten direkte Folgen und Gefahren für die Menschen teilweise abgefedert werden. 

Drittens müssten dringend die weltweiten Gesundheitssysteme an die zunehmenden Herausforderungen durch die globale Erwärmung angepasst und entsprechend ausgestattet werden.

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